Da es draußen wie aus Eimern geschüttet hat, haben Kathi, meine Mitbewohnerin im AirBnB, und ich nach dem Auschecken um 11 Uhr ein Taxi gerufen und sind damit zum Wohnheim der Universität gefahren. Das war auch gut so, weil wir sonst klatsch-nass im Regen einen wirklich langen Berg mit den Koffern hochlaufen hätten müssen…
Natürlich sind wir genau zum Beginn der Mittagspause des Büros angekommen, also haben wir etwas gewartet und gequatscht, bevor wir einchecken konnten. Dazu wurden unsere Fingerabdrücke gescannt, damit wir durch den Scanner am Eingang kommen. Kathi und ich haben das gleiche Zimmer bekommen und haben uns beim Auspacken erstmal wie Schulkinder bei einem Schulausflug gefühlt. Den Schreibtisch hätten sie hier etwas kleiner und dafür den Schrank größer machen können, aber am Ende hat alles rein gepasst!





Wir bekommen 1 Mal pro Tag unter der Woche eine Mahlzeit in der Mensa, aber die hatte zu diesem Zeitpunkt noch nicht offen. Also mussten wir zum Abendessen auf etwas anderes ausweichen – was aber nicht besonders schwer war! Bereits vor meinem Flug nach Korea haben sich einige deutsche Austauschstudierende untereinander vernetzt und wir sind gemeinsam in eine Bar gegangen.
In Korea ist es üblich, in der Bar nicht nur zu trinken, sondern auch ganze Mahlzeiten zu essen. Da Korea grundsätzlich ein sehr Gemeinschafts-orientiertes Land ist, gehen viele auch gemeinsam Essen (und weil es tatsächlich teilweise günstiger ist als zu kochen…). Bier und deutsche Kultur in generell sind extrem beliebt, aber es schmeckt eher nach einem saurem Radler als wirklichem Bier. Außerdem wird hier extrem viel gekühlt – von den Innenräumen, Transportmitteln bis hin zu den Getränken. Es gibt auch Bier, welches in Gläser aus dem Gefrierfach eingeschenkt wird, sodass teilweise Eis mit drin schwimmt.

Das Wohnheim (auch „Dorm“ genannt, vom englischen Wort „dormitory“) ist zwar günstig, aber hat auch einige Regeln. Wir müssen zum Beispiel um 00:30 Uhr wieder im Gebäude sein, sonst gibt es einen Strafpunkt. Mit 7 Strafpunkten, die man auch anders sammeln kann, wird man verwiesen, also sind wir lieber vorsichtig. Wenn man unter der Woche länger draußen bleiben will, muss man einen Antrag bis 23:30 Uhr gestellt haben. Am Wochenende gibt es keine Strafpunkte, aber die gesamte Woche über ist der Dorm zwischen 00:30 Uhr und 5 Uhr früh über Nacht geschlossen. Das heißt, dass man entweder eine andere Schlafgelegenheiten wie ein AirBnB finden muss oder so lange wach bleiben muss. Deswegen muss man sich vorher immer gut überlegen, wie und wann man nach Hause kommt.
Im Dorm zurück angekommen haben wir rausgefunden, dass eine unserer Mitbewohnerinnen angekommen ist. Ihr Name ist Valeria, kurz „Val“, und sie studiert in Mexiko. Ursprünglich kommt sie aus Venezuela und ist eine ganz herzliche Person. Damit waren die ersten Bedenken, dass meine Mitbewohnerinnen vielleicht nicht so sehr zu mir passen, erstmal verflogen.